intranet
Ein Intranet ist ein Netz innerhalb des Unternehmens, das nicht öffentlich zugänglich ist, aber die gleichen Dienste wie das Internet bietet. Es nutzt sozusagen die Internet-Technologie für den Hausgebrauch. Diese "private" Seite des Internets entwickelte sich in den USA in den vergangenen Jahren rasant, aber auch in Europa beginnt die Kommunikationsplattform Intranet ein elementares und bestimmendes Bestandteil im Geschäftsalltag zu werden.
Die Gründe, die für die Installation eines unternehmensweiten Intranets sprechen, liegen auf der Hand: über den Intranet-Server stehen sämtliche firmenrelevanten Informationen an jedem Ort, zu jeder Zeit in der gleichen Version zur Verfügung, völlig unabhängig davon, welche Infrastruktur oder Hardware-Plattform am jeweiligen Firmenstandort ist. Dazu kommt, dass die Benutzer wie die Informatikabteilung gleichermassen von den weiteren Vorteilen profitieren, zum Beispiel kürzere Entwicklungszeiten, Weiterverwendung der bewährten, von Kinderkrankheiten befreiten alten Applikationen - aber jetzt mit modernerer Oberfläche, bessere Sicherheit, gesteigerter Zuverlässigkeit, vereinfachter Wartbarkeit und damit höhere Verfügbarkeit.
Grenzenlose Anwendungsvielfalt
Den Anwendungsformen eines Intranets sind keine Grenzen gesetzt. Es kann für den Austausch von Informationen zwischen Abteilungen und Firmenstandorten ebenso genutzt werden, wie für den Einsatz in Forschung und Entwicklung. Dabei lässt sich eine Vielfalt von Applikationen einsetzen, wozu elektronische Arbeitspläne, Formulare oder Produktinformationen ebenso gehören, wie Preislisten oder das elektronische Telefonverzeichnis. Darüber hinaus lassen sich Groupware-Applikationen wie File Sharing, Remote Processing, Bulletin Boards oder der gemeinsame Termin- und Ressourcenkalender über ein firmenweites Intranet nutzen. Intranet-Strukturen eignen sich auch als einheitliche Kommunikations-Plattform für E-Mail und unternehmensweite Workflow- Anwendungen.
Web-Browser als universellen Client
Der grosse Vorteil gegenüber traditionellen Architekturen liegt in der Offenheit.Weil die Internet-Standards von einzelnen Hardwareplattformen und Betriebssystemen unabhängig sind, ist es möglich, einfacher und schneller plattformübergreifende Client/Server-Anwendungen zu implementieren. Im Intranet werden diese Standards durch preisgünstige, einfach zu nutzende, aber dennoch starke Helfer wie Web-Server und Web-Browser ergänzt. Gerade letzteren kommt eine zentrale Bedeutung zu: Mit dem als Client fungierendem Web-Browser wird via Web-Server auf die verschiedenen Back-End-Daten wie Datenbanken oder Groupware zugegriffen. Der Anwender muss nur einen Browser bedienen können, um Zugriff auf Text-, Grafik-, Video- und Audiodaten zu haben. In einem Client/Server-Betrieb muss jeder PC, der draussen "im Feld" steht, praktisch hundertprozentig kontrolliert werden. Häufig laufen produktive Applikationen auf einer Workstation nicht mehr, nachdem eine neue Software installiert wurde oder nachdem der Benutzer an den Einstellungen etwas geändert hat. Beim Intranet ist das wesentlich einfacher. Der Benutzer braucht nur noch einen Browser. Die benötigten Daten und Programmteile holt sich der Browser automatisch aus dem Intranet. So entfällt die ganze Softwareverteilung. Immer mehr beginnen auch die grossen Software-Hersteller, ihre Programme auf das Intranet auszulegen. Office-Aplikationen wie z.B. Terminkalender- oder Zeiterfassungs-Applikationen werden mit Internet-Techniken aufgemöbelt, so dass man z.B. auch von daheim via Internet auf den Terminkalender im Büro zugreifen kann. Es gibt auch schon Hersteller, die schlüsselfertige Intranet-Lösung als Komplettpaket anbieten. Ein Beispiel eines solchen Produktes ist das Schweizer COREnet.
Die Voraussetzungen für ein Intranet
Egal, ob Sie ein Klein-, Mittel- oder Grossunternehmen sind: Falls der Computer in Ihrer Firma längst zu einem integrierten Arbeitsinstrument geworden ist, haben sie die Hürde zur neuartigen Kommunikation und Information eigentlich schon genommen. Auch müssen weder grosse Einführungsschulungen noch gewaltige Geschäftsüberlegungen angestellt werden, um das Intranet gewinnbringend zu nutzen. Die Intranet-Technologie ist nicht revolutionär, sie ist vielmehr evolutionär. Daher kann die Hardware-Infrastruktur meist mit kleinen änderungen übernommen werden.
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